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„Leben heißt beobachten.“, sagte bereits Plinius der Ältere. Und gerade der Blickwinkel ist es doch, auf den es – gerade in der heutigen, oft unübersichtlichen Zeit – so entscheidend ankommt.

Damit man bei all den vielen Zahlen, Daten, Fakten (nicht! fakenews) weiterhin die Übersicht behält, hat sich „Katapult“, ein populärwissenschaftliches Magazin aus Greifswald, dazu entschlossen, „sozialwissenschaftliche Erkenntnisse auf kreative Weise einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen“. So erfährt man, welche Fläche für eine globale Stromversorgung aus Windkraft nötig wäre, welche Höhen europäische Wolkenkratzer erzielen, welche Länder der Welt als „frei“ gelten oder die wichtigsten Reisen und Aufenthalte Ernest Hemingways.

Neben vielen ernsten Themen, bleibt dabei auch Zeit zum Schmunzeln, wenn eine Graphik den längsten bzw. kürzesten Linienflug der Welt darstellt, eine Liste die Leuchttürme Europas skizziert, oder die ungewöhnlichsten Ortsnamen erfasst werden.

Ein innovatives, kreatives und vor allem kluges Buch, welches die individuelle Sicht auf die Welt verändern kann!

„Serotonin – ein Neurotransmitter der sowohl die Blutgefäße reguliert, als auch auf die Signalübertragungen im zentralen Nervensystem wirkt, wodurch er sich (ideal) als Antidepressivum eignet.“

Ob auch der geneigte Leser nach (oder vor) der Lektüre zum synthetischen Mittel greifen muss, bestimmt sich wohl vor allem daran, wie er Houellebecq im Allgemeinen gegenüber steht. Denn wir erleben eine Handlung, die fast schon einen klassischen Houllebecq ausmacht: Kritik am westlichen Gesellschafts-, Politik- und Wirtschaftssystem, Werteverfall zwischen den Menschen und natürlich der große Angriff auf den Mann (als Institution, Individuum und Begierdeobjekt). Wenn man aber nun annimmt, man begäbe sich auf eine „Best of tour“ durch das houellebecqsche Universum, ist man (positiv) enttäuscht. Denn die Handlung um Florent-Claude Labrouste, dem Protagonisten, ist ein (im wahrsten Sinne des Wortes) Rausch durch die meisterhafte Prosa des Autors. Spitzfindige, kontroverse und aktuelle Anspielungen, scharfsinnige Formulierungen, aber allen voran sprachliche Virtuosität sind es, die diesen neuen und hoffentlich noch nicht letzten Roman des französischen Ausnahmeschriftstellers so einzigartig machen!

Wahrscheinlich eines der besten (Sach-) Bücher zum Jahresausklang!

Michelle Obama nimmt uns mit zu ihren Anfängen. Die First Lady als Frist Writer – ein tolles Debüt! Wir bekommen einen Blick hinter die Kulissen dieser wahrhaft herausragenden Frau, Mutter, Juristin, First Lady. Wie weit hätte es der durchaus smarte und ambitionierte Barack Obama wohl ohne seine Frau gebracht?;)

Aber nicht die Politik ihres Mannes steht hier im Vordergrund, sondern allen voran Michelle Obamas Weg aus einem armen Stadtteil von Chicago bis ins Zentrum der Macht nach Washington; ihre Familie, besonders die Beziehung zu ihrem schwer kranken Vater; ein erfolgreiches Jura-Studium, die große Liebe; Aufbruch und Niederlagen auf dem Weg an der Seite ihres Mannes ins Weiße Haus. Natürlich auch ein Rückblick auf die weltverändernde Wahlnacht 2016 und Donald Trump.

Michelle Obama, Becoming

Eine wichtige und im Zusammenspiel mit der noch zukünftigen Biographie ihres Mannes (VÖ-Datum steht noch nicht fest) wohl historische Einordnung dieses ehrgeizigen Ausnahmepaares.

Absolut lesens- und empfehlenswert!