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Bruno, inzwischen Chef de police der ganzen Region Vézère ermittelt endlich in seinem elften Fall im wunderschönen Périgord. Doch er steht vor ungewohnten Herausforderungen: Er soll in Pamelas Kochschule Feriengästen lokale Geheimrezepte beibringen. Die Messer sind gewetzt, die frischen Zutaten bereit, doch die prominenteste Kursteilnehmerin fehlt: die junge Frau eines britischen Geheimdienstoffiziers, die sich auf Empfehlung ihrer Familie im Périgord erholen wollte. Bruno spürt sie auf – in einem vermeintlichen Liebesnest, das jedoch bald zum Schauplatz eines Doppelmords wird.

Das Warten hat ein Ende. Endlich ermittelt Bruno wieder und nimmt uns mit in die kulinarischen Täler der Dordogne. In „Menu surprise“ stehen dabei neben hochaktuellen politischen Konflikten (die längst vergessen schienen) natürlich die lokalen Spezialitäten auf der Speisekarte. Bruno und seine Freunde kochen uns die leckersten Gerichte vor und Martin Walker versteht es, uns gekonnt den Gaumen zu schmeicheln: Ob pâté de foie gras, klassisches cassoulet, crème brûlée, tarte aux noix oder sabayon de fraises – während die Mordermittlungen andauern, schwelgt der Leser in träumerischen Sphären der französischen Kochkunst.

Eine kulinarisches Flanieren auf dem kriminalistischen Trottoir der Haute Cuisine Périgords!

Man nehme einen völlig harmlos klingenden Titel, eine nicht zu beseitigende Leiche, die „führende Schriftstellerin des Milleniums“ in Lateinamerika und füge alles zu einem kriminalistisch-mörderischen Komplex zusammen.

Im neuen Roman von Patricia Melo fühlt sich der Protagonist von seinem über ihm wohnenden Nachbarn gestört. Die zunächst als völlig harmloser Nachbarschaftsstreit beginnende Geschichte gerät schnell außer Kontrolle. Das eskalative Moment der Wut gewinnt die Oberhand und plötzlich findet sich der gewöhnliche Biologielehrer mit einer Leiche vor sich wieder.

Dieser exzellente Krimi führt neben der spannenden, man möchte meinen, fast süchtig stimulierenden Handlung (die durchaus der makabren Komik nicht entbehrt), eine Reihe von Fragen auf, die den Leser auch nach der Lektüre nicht loslassen: Wie und warum wird ein Mensch zum Monster? Warum töten wir? Wie bestrafen wir ein Vergehen wider die Natur, eine „Spaltung der Seele“?


Endlich! Der belgische Schriftsteller George Simenon und sein populärer Kommissar Maigret erscheinen im neuen Gewand und aktualisierter Neu-Übersetzung:

„Maigret und die junge Tote“ ist der 45. Fall der in den nächsten Jahren rundum neu aufgelegten 90 bändigen Serie des eigensinnigen wie zugleich emphatischen Pariser Hauptstadtkommissars Maigret. Eigensinnig beginnt es zugleich auf der ersten Seite, wenn Maigret von einem neuen Fall erfährt und daraufhin „gähnte und die (vor ihm liegenden) Papiere erst einmal in aller Ruhe an den Rand des Schreibtisches schob“.  Im berühmten Viertel um Montmarte wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Niemand scheint sie zu kennen oder zu vermissen. Doch erste Hinweise ergeben, dass es sich nicht um einen klassischen Mord aus dem Pariser Rotlichtviertel handelt…

Maigret hat – sicherlich wie viele andere Ermittler auch – seine eigenen Methoden. Doch sein Vorgehen des Hineinversetzen in sein Opfer macht die kriminalistischen Ermittlungen auf eine eigene Art glatt charmant. Der unglücklich agierende und immer schlecht gelaunte Inspektor Lognon avanciert dabei fast zu einem (positiven) Gegenspieler.

Für alle Maigret Fans und die, die es werden wollen. Jeder Band ist zum Einstieg geeignet und sorgt für unterhaltende, fesselnde Stunden, in denen die Zeit der Ermittlungen manchmal viel zu schnell vergehen..

Simenon, Maigret und die junge Tote