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Drei Frauen, drei unterschiedliche Lebensgeschichten. Sie alle finden denselben Mann. Sie wissen nie alles über ihn; aber auch er weiss nicht alles über sie.

 

Knapper könnte eine Inhaltsangabe wohl kaum ausfallen. Bei Dror Mishanis neuem Buch „Drei“ ist es unmöglich mehr zu schreiben, ohne den spannungsgeladenen Plot dieser außergewöhnlichen, intensiven und mysteriösen Geschichte zu umreißen. Ist es ein Krimi? Ist es ein Thriller? Oder ist es vielmehr eine neue Art shakespearscher Dramatik, die unseren Blick auf eine bisher unbekannte literarisch-raffiniert ausgeklügelte Kategorie lenkt?

Bruno, inzwischen Chef de police der ganzen Region Vézère ermittelt endlich in seinem elften Fall im wunderschönen Périgord. Doch er steht vor ungewohnten Herausforderungen: Er soll in Pamelas Kochschule Feriengästen lokale Geheimrezepte beibringen. Die Messer sind gewetzt, die frischen Zutaten bereit, doch die prominenteste Kursteilnehmerin fehlt: die junge Frau eines britischen Geheimdienstoffiziers, die sich auf Empfehlung ihrer Familie im Périgord erholen wollte. Bruno spürt sie auf – in einem vermeintlichen Liebesnest, das jedoch bald zum Schauplatz eines Doppelmords wird.

Das Warten hat ein Ende. Endlich ermittelt Bruno wieder und nimmt uns mit in die kulinarischen Täler der Dordogne. In „Menu surprise“ stehen dabei neben hochaktuellen politischen Konflikten (die längst vergessen schienen) natürlich die lokalen Spezialitäten auf der Speisekarte. Bruno und seine Freunde kochen uns die leckersten Gerichte vor und Martin Walker versteht es, uns gekonnt den Gaumen zu schmeicheln: Ob pâté de foie gras, klassisches cassoulet, crème brûlée, tarte aux noix oder sabayon de fraises – während die Mordermittlungen andauern, schwelgt der Leser in träumerischen Sphären der französischen Kochkunst.

Eine kulinarisches Flanieren auf dem kriminalistischen Trottoir der Haute Cuisine Périgords!

Es ist ein klirrend kalter Januar. In den prunkvollen Sälen des Geologischen Museums trinken sich die Größen der Modewelt warm für die Kopenhagen Fashion Week, als draußen im Schnee der Designer Bartholdy unter Qualen zusammenbricht. Es ist Blutmond-Nacht. In solchen Nächten, so heisst es in Afrika, befinden sich Sonne und Mond im Krieg. Ein unheilvoller Auftakt für Jeppe Kørner und Anette Werner. Jeppe ist zurück von einem längeren Urlaub in Australien, doch die Erholung hält nicht lange an. Denn Jeppes bester Freund ist seit dem grausamen Mord an Bartholdy unauffindbar.

Nun endlich der zweite Teil der Kopenhagener-Thriller-Serie von Beststeller Autorin Katrine Engberg. Nach „Krokodilwächter“ ermitteln Kørner und Werner in diesem Fall nun hinter den Kulissen der Kopenhagener Haute Couture. In gekonnt fesselnder Manier entführt uns Engberg in die Abgründe jener glitzernden und illusionierenden Welt der Mode. Für jeden Engberg-Fan ein must read! Für jeden Einsteiger und Liebhaber des Thriller Genres wunderbar geeignet.

„Fünfhundert Blatt. Universalpapier. Für alle Drucker und Kopierer geeignet. Weder liniert noch kariert. Gut ausgewählt, Padre. Ich habe es noch nie gemocht, eingeengt zu werden.“ – Weil er Stotterer ist, vertraut Johannes H. Stärckle ganz auf die Macht des geschriebenen Worts und setzt es rücksichtslos ein, zur Notwehr ebenso wie für seine Karriere. Irgendwann bringt ihn jedoch seine Eitelkeit ins Gefängnis. Dort seine Zeit absitzend schildert er durch Briefe an den Gefängnispfarrer „Padre“ sein Leben. Ein Leben das durch die Macht des geschriebenen – nicht gesprochenen – Wortes geprägt ist. Von der harmlosen Fiktion eines Liebesbriefes in der Schule bis hin zum manipulierten Suizid eines Sektenmitglieds. Der Stotterer versucht alle von seiner Lebensgeschichte zu überzeugen..

Die Macht des geschriebenen Wortes tritt hier in unverkennbarer Fülle hervor. Ein glänzend geschriebenes Buch voller sprachlicher Meisterleistungen. Lewinsky hat ein brillantes Buch geschrieben und wir hoffen, dass es nicht das letzte war! Absolut lesenswert.

Endlich eröffnet auch der Diogenes Verlag mit seinem Frühjahrsprogramm das literarische Jahr 2019!

In „Irgendwann wird es gut“ vereint Joey Goebel 10 Kurzgeschichten, die es in sich haben. Egal ob es ich um Anthony Dent handelt, der abendlich auf seine Angebetete mit einem Glas Bourbon wartet, oder um Beth Schlehuber, die nach einem Suizidversuch im Krankenhaus aufwacht, alle Geschichten vereint die Suche verlassener Seelen nach dem entscheidenden Wendepunkt in ihrem Leben. Es geht um Menschen, die sich nach einem winzigen Stück vom großen Lebensglück sehnen, aber in der Kleinstadt Moberly im Bundesstaat Kentucky dieses wohl nie finden werden..

Mit Joey Goebel präsentiert sich ein junger, wenngleich schon fast zu Kultstatus avancierter Autor im gewohnt hochklassigen Diogenes Verlag. „Irgendwann wird es gut“ ist eine fantastische Einreihung in seine bisherigen Romane „Vincent“ und „Ich gegen Osborne“ und brilliert in gekonnter Sprachmanier!

Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde sind fünf Frauen, deren Leben an verschiedenen jedoch allesamt entscheidenden Punkten angelangt sind. Geprägt durch die im annus mirabilis gefallene Mauer stehen sie nun vor der Qual fast grenzenloser Freiheit. Aber wie verträgt sich diese Freiheit mit ihrem eigenen Leben, dem Beruf, ihren Liebschaften, ihren Ehemänner, Kindern? Allesamt werden sie vor große Herausforderungen gestellt. Keine der fünf denkt auch nur daran aufzugeben. Ein Buch über stählerne Frauen im Glanz des Lebens: „Liebe ist kein Gefühl. Liebe ist keine Romantik. Liebe ist eine Tat. Man muss die Liebe vom Ernstfall aus betrachten“.

Wow! Was für ein weiterer, starker Auftakt in das literarische Jahr 2019. Daniela Krien begeistert auf weiter Flur. Ihre fünf Charaktere sind auf eigensinnige Weise miteinander verwoben und figurieren in diesem tollen „Clash“ zwischen Freiheit, Liebe und Zwang zu der entscheidenden Frage: Was führt zu einem freiheitlichen, erfüllten Leben in Liebe und/oder warum geht es nicht nur darum?