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Tomás  ist zur Hälfte Spanier und Engländer, bereits in der Schule verliebt er sich in die gleichaltrige Berta Isla. Beide wollen ein gemeinsames Leben miteinander führen. Dem jungen Sprachtalent ist dabei eine „Karriere“ bestimmt, die mit einem Studium in Oxford beginnt und durch einen folgenschweren Fehler beim britischen Geheimdienst ihren Lauf nimmt. Schon bald nach seiner Rückkehr vermutet Berta, die inzwischen seine Ehefrau ist, dass Tomás ein Doppelleben führt. Als er dann zu Beginn des Falklandkrieges plötzlich spurlos verschwindet, beginnt sie endgültig zu hinterfragen, wen sie geheiratet hat.

Javier Marías, einer der wunderbarsten Geschichtenerzähler unserer Zeit brilliert wieder einmal mit einem detailverliebten Roman, bei dem man zunächst gar nicht weiss, ob es sich um einen Agententhriller oder eine bloße Liebesgeschichte handelt. Eine Geschichte über das Warten, die Zerbrechlichkeit der Liebe und die Zerrissenheit zwischen Krieg, Geheimnissen und Loyalität.Ein must read für diesen Sommer!

Endlich eröffnet auch der Diogenes Verlag mit seinem Frühjahrsprogramm das literarische Jahr 2019!

In „Irgendwann wird es gut“ vereint Joey Goebel 10 Kurzgeschichten, die es in sich haben. Egal ob es ich um Anthony Dent handelt, der abendlich auf seine Angebetete mit einem Glas Bourbon wartet, oder um Beth Schlehuber, die nach einem Suizidversuch im Krankenhaus aufwacht, alle Geschichten vereint die Suche verlassener Seelen nach dem entscheidenden Wendepunkt in ihrem Leben. Es geht um Menschen, die sich nach einem winzigen Stück vom großen Lebensglück sehnen, aber in der Kleinstadt Moberly im Bundesstaat Kentucky dieses wohl nie finden werden..

Mit Joey Goebel präsentiert sich ein junger, wenngleich schon fast zu Kultstatus avancierter Autor im gewohnt hochklassigen Diogenes Verlag. „Irgendwann wird es gut“ ist eine fantastische Einreihung in seine bisherigen Romane „Vincent“ und „Ich gegen Osborne“ und brilliert in gekonnter Sprachmanier!

„Serotonin – ein Neurotransmitter der sowohl die Blutgefäße reguliert, als auch auf die Signalübertragungen im zentralen Nervensystem wirkt, wodurch er sich (ideal) als Antidepressivum eignet.“

Ob auch der geneigte Leser nach (oder vor) der Lektüre zum synthetischen Mittel greifen muss, bestimmt sich wohl vor allem daran, wie er Houellebecq im Allgemeinen gegenüber steht. Denn wir erleben eine Handlung, die fast schon einen klassischen Houllebecq ausmacht: Kritik am westlichen Gesellschafts-, Politik- und Wirtschaftssystem, Werteverfall zwischen den Menschen und natürlich der große Angriff auf den Mann (als Institution, Individuum und Begierdeobjekt). Wenn man aber nun annimmt, man begäbe sich auf eine „Best of tour“ durch das houellebecqsche Universum, ist man (positiv) enttäuscht. Denn die Handlung um Florent-Claude Labrouste, dem Protagonisten, ist ein (im wahrsten Sinne des Wortes) Rausch durch die meisterhafte Prosa des Autors. Spitzfindige, kontroverse und aktuelle Anspielungen, scharfsinnige Formulierungen, aber allen voran sprachliche Virtuosität sind es, die diesen neuen und hoffentlich noch nicht letzten Roman des französischen Ausnahmeschriftstellers so einzigartig machen!