Man nehme einen völlig harmlos klingenden Titel, eine nicht zu beseitigende Leiche, die „führende Schriftstellerin des Milleniums“ in Lateinamerika und füge alles zu einem kriminalistisch-mörderischen Komplex zusammen.

Im neuen Roman von Patricia Melo fühlt sich der Protagonist von seinem über ihm wohnenden Nachbarn gestört. Die zunächst als völlig harmloser Nachbarschaftsstreit beginnende Geschichte gerät schnell außer Kontrolle. Das eskalative Moment der Wut gewinnt die Oberhand und plötzlich findet sich der gewöhnliche Biologielehrer mit einer Leiche vor sich wieder.

Dieser exzellente Krimi führt neben der spannenden, man möchte meinen, fast süchtig stimulierenden Handlung (die durchaus der makabren Komik nicht entbehrt), eine Reihe von Fragen auf, die den Leser auch nach der Lektüre nicht loslassen: Wie und warum wird ein Mensch zum Monster? Warum töten wir? Wie bestrafen wir ein Vergehen wider die Natur, eine „Spaltung der Seele“?


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